

Ich möchte auf keinen Fall zum Pflegefall werden!
Das ist häufig die Standardantwort, wenn man versucht, das Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht mit den Angehörigen aufzugreifen. Kurz und knapp: "Na ein Pflegefall möchte ich nicht werden!" Aber auch hier kommen wir wieder in einen Bereich, in welchem es eine massive Streubreite der jeweiligen Definitionen geben wird, ähnlich wie dies bei der Definition des "lebenswerten Lebens" ist. Ab wann würden Sie sich selbst oder aber einen ihrer Angehörigen als Pflegefall beschreiben? Fängt es damit an, dass jemand im Rollstuhl sitzt und bei dem Transfer ins Bett Unterstützung benötigt. Oder beschreibt ein Pflegefall, wenn jemand Hilfe bei den täglichen Aufgaben des Haushaltes, der körperlichen Grundhygiene und der Medikamenteneinnahme benötigt. Oder aber beginnt der Pflegefall für Sie erst, wenn Sie 24 Stunden am Tag an ein Bett gebunden wären, man Ihnen eine Windelhose anlegen müsste und Sie den ganzen Tag nur noch wirres Zeug von sich geben würden?
Sie entscheiden, was Sie als Pflegefall definieren, daher appelliere ich erneut an Sie: Machen Sie sich Gedanken über für Sie wichtige Definitionen eines lebenswerten Lebens und der des Pflegefalls und besprechen Sie diese mit Ihren Angehörigen!